Erwin Sylvanus und Heinz Hilpert

1961 erscheint das Quadrat-Buch „Heinz Hilpert. Das Theater ein Leben.“ Eine Hommage an den Intendanten des Deutschen Theaters in Göttingen. Zu Wort kommt er selbst. Und der Dank von einigen Menschen, die ihn begleiteten. Darunter auch Erwin Sylvanus. Hier der kurze Text:

„Wir sprachen über die Urmythen der Völker. Hilpert hat bekannt, wie sehr er in der Jugend von den Helden Homers beeindruckt gewesen sei. Er habe sich Odysseus zum Lieblingshelden erwählt. Mit Siegfried habe er hingegen kaum etwas anfangen können. Auch heute noch fühle er sich von Odysseus sehr viel stärker angezogen und fasziniert.
Bislang glaubte ich, Hilpert zu verehren wie einen Vater. Mir wurde blitzschnell klar, dass ich in ihm immer den großen Dulder und Wisser verehrt habe, den listenreichen Menschen einer unendlichen Heimfahrt, den Einsamen auch, der für seine Gefährten täglich neue Verzauberung und Wunder sieht und erfindet, der für sie Gefahren besteht – und niemand erreicht ihn je durch Tat oder Gedanken. Er blickt tiefer, versteht eher als sie alle. Ich muss an das Bild des von seinen Gefährten gefesselten Odysseus denken, wie er vom Gesang der Sirenen betört wird. Ohne Odysseus würden die Gefährten niemals heimkehren. Aber auch Odysseus könnte das wundersame Wagnis der Heimkehr ohne sie nicht bestehen.
Erwin Sylvanus“

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